Kommentar: Die Rückkehr der Kapodaster-Gitarre


KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

Es ist schon ein paar Jahre her, als sich die "Fluten des Guten" (so der Titel zum entsprechenden Falter-Artikel) 1992 und dann noch einmal 1997 über die Stadt ergossen und Zehntausende junge Christinnen und Christen zum Beten, Singen, Meditieren und zu spirituell geleitetem Gut-drauf-Sein in Wien zu einem Taizé-Treffen zusammenkamen. Okay, immer wieder geschieht es, dass der fröhliche Christenmensch sich im Jonasreindl oder auf der Kärntner Straße zu Grüppchen zusammenfindet, um Gott im Zeichen der Kapodaster-Gitarre einen guten Mann sein zu lassen, aber so richtig auffällig war er schon längere Zeit nicht mehr geworden. Vergangene Woche freilich war er angesichts der Stadtmission, die nicht nur den Platz vor dem Stephansdom im Zeichen einer "Neuevangelisierung" besetzte, nicht zu übersehen: viele fröhliche Gesichter, viele gelbe Aufkleber mit der jesusfreundlichen Smiley-Variante.

Der Zufall wollte es, dass ich letzte Woche auch mit dem Kulturressort-Leiter der Presse, Hans Haider,

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