Schwertkampf, reloaded

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

FILM. Zhang Yimous epischer Schwertkampffilm "Hero" aktualisiert chinesische Frühgeschichte als imperialen Blockbuster mit philosophischen Untertönen. 

Wie inszeniert sich imperiale Macht? "Alle unter einem Himmel" lautet das Credo des Tyrannen, und das Wort ist Bild geworden: Das Platzgeviert vor dem Kaiserpalast ist der Erdenkreis, bis zum Horizont reicht die Masse schwarzgewandeter Krieger und Beamter, Abertausende Körper, die ein (digital zum Leben erwecktes) Ornament der Macht bilden. Durch ihre Mitte schreitet das Individuum, bezeichnenderweise "Der Namenlose" genannt: ein kleiner, im schmucklosen Schwarz eines Beamten vom Land gekleideter Mann (Jet Li), dem der König unter den Königen eine Audienz gewährt. Das Spiel ist, gleich einer Partie Mahjong, eröffnet: der Namenlose tritt vor den mächtigsten der kriegsführenden Herrscher, um vom Sieg gegen dessen Gegner zu berichten. Zehn Schritte darf er sich pro Erzählung nähern, dreier solcher Züge bedarf es, um dem König


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