Erst sitzen, dann besitzen

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

WOHNEN. Lokal und Designgalerie in einem: Seit fünf Jahren gibt es das "Möbel".

Manchmal sei es vorgekommen, dass Sessel zusammengebrochen sind, gibt Markus Luger zu. Möbel, die dem Praxistest im Lokal standhalten, taugen aber wirklich was - nicht nur in ästhetischer Hinsicht. Seit fünf Jahren betreibt Luger, gemeinsam mit Margareta Schießwohl und Lothar Trierenberg, das Möbel in der Burggasse, eine Mischung aus Kaffeehaus und Designgalerie. Alle drei Monate wird fast die komplette Ausstattung des Lokals ausgewechselt, Tische, Sofas und Sessel sind verkäuflich: ein für Wien neues Konzept, das bei Gästen und Kunden gut ankam, wie sich herausstellte.

In den vergangenen fünf Jahren hat das Möbel in 25 Ausstellungen rund 1500 Produkte von über 350 Designern aus Österreich, Italien, Deutschland, Finnland und der Tschechischen Republik präsentiert. "Die Designer melden sich bei uns, wir sind so was wie Kuratoren der Ausstellung", erzählt Luger. Der Praxistest hat sich dabei ebenso bewährt wie das Konzept, neben funktionellem Design immer auch ein paar künstlerische Verrücktheiten im Lokal zu haben. Zum Jubiläum gibt es bis Mitte Juni Ausstellungsstücke aus den vergangenen fünf Jahren stark verbilligt, was Menschen mit Sinn fürs Schöne, aber nicht den finanziellen Mitteln dafür, entgegenkommen dürfte.

Wohn-Accessoires wie Lampen und Kleinzeug kann man sofort mitnehmen, dass aber Leute die Möbel kaufen und am gleichen Abend mit nach Hause nehmen, wie ursprünglich konzipiert, ist eher die Ausnahme. Ein frisch vermähltes Paar habe einmal einen Tisch gleich mitgenommen, erzählt Luger. Die meisten Kunden warten aber, dass ihre Möbel-Möbel geliefert werden. In den meisten Fällen werden sie sogar neu angefertigt.

Das Möbel, 7., Burgg. 10, Tel. 524 94 97, tägl. 10-1 Uhr, www.dasmoebel.at


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