Das gibts nur im Merkur

Stadtleben | FLORIAN HOLZER | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

NEUES LOKAL. Das Café Merkur hat zwar wieder offen. Die sentimentale Erinnerung ans alte Merkur ist aber schöner als die bittere Realität des neuen.

Nachdem es den wackeren Verteidigern der Josefstadt mittels Schienenbaustelle in der Lange Gasse endlich gelungen war, das unbefugte Eindringen in den Bezirk zumindest vom Norden her gänzlich zu verunmöglichen, konnte einem schon einiges entgehen. Nicht viel freilich, denn die Wagenburg Josefstadt zählt nicht gerade zu den lokalmäßig dynamischsten Platzerln der Stadt, aber doch immerhin hat das Café Merkur seit einiger Zeit wieder offen.

Das Café Merkur war stets ein Paradebeispiel dieser äußerst autarken Lokalszene des achten Bezirks: von Niederungen des Zeitgeists auch nicht nur annähernd beleckt, hauptsächlich von Studenten besucht, mit Preisen ausgestattet, wie sie ohne staatliche Subventionen nur schwer vorstellbar sind, und von einer Grindigkeit geprägt, die bei aller Liebe für Patina und Urigkeit trotzdem nur ziemlich


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