VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

Es fällt nicht gleich auf, aber beim wiederholten Durchblättern merkt man es. Der Falter erschien vor 20 Jahren ohne Inserate. Im redaktionellen Teil. Der Umfang des Blatts betrug 32 Seiten im A 3-Format, in zwei Bünden à 16 Seiten, in der Mitte gefaltet. Der erste Teil enthielt Politik und Kultur sowie zwei bis drei Seiten mit Lokaladressen. "Lokale nach Mitternacht" stellten anno 1983 noch immer eine Information dar, die es wert war, wöchentlich publiziert zu werden. Auf diesen zwei Seiten fanden sich - von "Wiens ältestem griechischen Restaurant Diogenes" bis zum "Café Gurkenprinz" - die ersten Anzeigen im Blatt; Seite 1-14 blieben komplett werbefrei.

  Der zweite Falter-Bund enthielt neben einem eigenen Cover drei Seiten Kurzhinweise auf das Programmgeschehen ("Wienzeilen", ebenfalls noch anzeigenfrei), acht Seiten Programm und vier Seiten Kleinanzeigen. Auf diesen zwölf Seiten durfte sich die Werbewirtschaft so richtig austoben. In Jugendstillettern warb da bereits das WUK für "Gemütlich essen, trinken & plaudern im WUK-Hof", der Falter-Verlag pries sein zweites Stadtbuch mit dem Slogan "Gleiche Stadt, neues Buch" an, und zwischen Standards wie dem Jazzfest Wiesen, dem Klett-Cotta-Verlag, dem Amerlinghaus und dem Reisebüro ÖKISTA finden sich auch zwei Installateure, Linhart ("Dem Installatör ist nichts zu schwör") und Enders, die einander jahrelang im Falter ein Duell der Inserate lieferten, das am Ende doch Enders für sich entschied. Mit dem Slogan "Anders leben - mit Enders heizen" ging er ins kollektive Gedächtnis ein. A. T.


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