Gespräch mit einem Dealer

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

DROGEN. Wie ein nigerianischer Fernfahrer nach Wien kam und zum Dealer wurde. Ein Gespräch über falsche Hoffnungen, vergrabenes Geld, verschluckte Drogen und die Lügen bei der Heimkehr nach Afrika. 

In Österreichs Gefängnissen, das belegt nun eine neue Studie, hat sich die Zahl afrikanischer Drogendealer in den letzten drei Jahren verdoppelt. Das Volk ist wütend, die Experten sind ratlos. Die Polizei beklagt, dass afrikanische Dealer den Straßenhandel kontrollieren und zunehmend brutaler agieren.

  Die Mehrzahl unschuldiger Afrikaner beklagt hingegen, nur noch als Drogendealer beschimpft zu werden. Die Politik antwortet mit "Lebenslang für Drogendealer", verschärft das Asylrecht und wendet sich von sozialpolitischen Fragen ab. Flüchtlingsberater verweisen auf die tristen sozialen Umstände afrikanischer Einwanderer, die man de facto nicht abschieben kann. Ein Jugendrichter, der einen afrikanischen Dealer vor sich hatte, sah es bei der Strafzumessung sogar als "strafmildernd"


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