"Wollen nicht betteln"

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

KULTUSGEMEINDE. Die jüdische Gemeinde fordert Subventionen, um zu überleben. Die Regierung bietet nun einen Kredit. Doch den lehnt Präsident Ariel Muzicant ab. 

Erst wandte sich Ariel Muzicant mit einem "Hilferuf" an die Öffentlichkeit. Dann sammelte er Unterschriften von Unterstützern. Als auch das nichts nützte, meldete er 35 seiner Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung an. Vergangene Woche hängte er über dem Portal des Sitzes der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) schließlich ein Transparent auf. "Wegen Schüssel geschlossen" steht drauf.

  Seit einem Monat warnt Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, unentwegt vor dem finanziellen Kollaps seiner Religionsgemeinschaft. Ohne den erwünschten Erfolg. Nun hat Muzicant ein drakonisches Sparprogramm ausgearbeitet. Der Präsident kappt sämtliche Ausgaben der Gemeinde, die sozialen Hilfen ausgenommen. Ihre Stipendien an den Schulen kürzt die IKG um jährlich 435.000 Euro. Für Gottesdienste


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