OHREN AUF! Prog Rock Rules!


KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

Die Frage nach der definitiven Definition von Prog Rock (und seiner Unterscheidung von Psychedelic- und Art-Rock) wollen wir getrost den Rock-Professoren überlassen. Dunkle Texte, ewige Soli, seltsame Instrumente, Kunsthochschulstudium ... - das alles kann, muss aber nicht sein. Sagen wir mal so: Prog(ressive) Rock war seinerzeit Gymnasiastenmusik und ist deswegen heute bei Exgymnasiasten nicht sooo gut angeschrieben. Zu Unrecht, denn von all den wieder vereinigten oder nie aufgelösten Bands, die derzeit um den Globus zirkulieren, sind die von dem idosynkratischen Gitarrengott Robert Fripp Mitte der Siebzigerjahre aufgelösten und rund zwanzig Jahre später in anderer Besetzung neu formierten King Crimson sicher zu den würdigsten zu zählen. Das Quartett, das mit seiner Tour sein neues Album "The Power to Believe" (Sanctuary) promotet, vertritt sozusagen jenen Prog Rock, der outfitmäßig von grauen Stehkragenhemden mit verdeckter Knopfleiste begleitet wird: Drei Gitarren und ein Schlagzeug

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