Die Welt im Rasierspiegel

Kultur | INGE PODBRECKY | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

KUNST. Das Kunsthistorische Museum zeigt erstmals eine Personale des italienischen Malers Parmigianino. Zusammen mit der zeitgleich laufenden Ausstellung zu Kaiser Ferdinand I. ergibt das eine unschlagbare Manierismus-Show. 

Für den Maler und Schriftsteller Giorgio Vasari war der aus Parma gebürtige Francesco Mazzola, genannt Parmigianino (1503-1540), einer der bedeutendsten und begabtesten Künstler seiner Epoche. Virtuosität und Erfindungsgeist bescheinigt er ihm, eine außergewöhnliche Begabung für elegante Figuren und ausdrucksstarke Gesichter, und noch dazu sei Francesco selbst schön wie ein Engel gewesen. Wäre er nur nicht, wie Vasari um die Mitte des 16. Jahrhunderts schreibt, auf die Schnapsidee (ghiribizzo) gekommen, sich der Alchimie zu widmen, er wäre weltberühmt geworden, statt schon mit 37 Jahren das Zeitliche zu segnen.

  Hochberühmt war Parmigianino schon zu Lebzeiten. Dafür hat er mit einem Frühwerk gesorgt, das einschlug wie ein Blitz: Das Selbstbildnis im


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