AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

Undenkbar, dass jemand in der Mittelschule oder auf der Universität in den letzten Jahrzehnten ohne sie ausgekommen wäre: die Bände der legendären edition suhrkamp. Bertolt Brechts "Leben des Galilei" machte - als Nummer eins - den tiefvioletten Auftakt. Es folgte Hermann Hesses "Späte Prosa" und Samuel Becketts "Warten auf Godot". Am 2. Mai 1963 erschienen die ersten zwanzig der von Willy Fleckhaus gestalteten Reihe, die die (para-)akademische Intelligenz des deutschsprachigen Raumes prägen sollte wie keine andere (allenfalls das Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, stw).

  Das Gefühl fürs Epochale muss entsprechend ausgeprägt gewesen sein, denn bereits drei Jahre nach Lancierung der Reihe verfasste Siegfried Unseld ein den damaligen Büchern beiliegendes Leporello mit dem Titel "Kleine Geschichte der edition suhrkamp". Dem Gedächtnis des im Oktober 2002 gestorbenen Verlegers ist nun der gleichnamige Band gewidmet, der als Sonderdruck das Jubiläumsprogramm der Edition begleitet.


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