Über allen Gipfeln ist Kuh

Kultur | STEFAN ENDER | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

LITERATUR. Joyce Carol Oates wird dieser Tage auch schon 65. Ihre neuen Dreiviertelpfünder "Hudson River" und "Wir waren die Mulvaneys" pendeln zwischen brillanter Beschreibungskunst und Trivialität. 

Hat man Joyce Carol Oates' neuen Roman "Hudson River" gelesen, ist man beeindruckt, beglückt (das Buch ist gut geschrieben), satt und stolz (es hat gut 600 Seiten). Es stellt sich zudem ein spontanes Verlangen nach dem Besuch des Kunsthistorischen Museums ein, um sich mal wieder den einen oder anderen Brueghel (Pieter d. Ä., den Bauernbrueghel) vor Augen zu führen; besonders zieht es einen zu des Niederländers präzisen, detailfreudigen Panoramen dörflichen Lebens.

  Denn nichts anderes ist "Hudson River": Oates porträtiert hier in großem Rahmen und mit feinem Pinselstrich die kleine, stilvoll versnobte Gemeinde Salthill-on-Hudson unweit New Yorks. Die grenzmessianische Zentralfigur des Romans, der Bildhauer Adam Berendt, kommt gleich auf den ersten Seiten um ihre fiktionale Existenz;


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