Jugend ohne Gott

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

FESTWOCHEN-TAGEBUCH. Woche fünf: eine Romandramatisierung im Schauspielhaus und mein Lieblingsstück in der Halle G. 

Zur Festwochen-Zeit ist der "Falter"-Theaterkritiker im Dauereinsatz. Wegen des Pfingstwochenendes sind die Tagebuchnotizen, die er zwischen den Vorstellungen einsendet, diesmal allerdings frühzeitig abgerissen.

Dienstag, 3. Juni Die Gruppe De Onderneming aus Antwerpen gastiert mit dem Doppelprojekt "The Notebook" und "The Proof" im Schauspielhaus. Die zwei jeweils etwa anderthalb Stunden langen Aufführungen basieren auf einer Romantrilogie der ungarischen Autorin Agota Kristof, die unter ihrer Leserschaft kultartig bewundert wird (ich kenne zwei Menschen persönlich, die sich auf Spurensuche auf den Originalschauplatz der Romane begeben haben). Im ersten Teil der Trilogie, "Das große Heft", erzählt Kristof in ungeheuer lakonischen Sätzen die Geschichte eines Zwillingsbrüderpaars, das den Zweiten Weltkrieg unter extrem kargen Verhältnissen bei einer hexenartigen

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