Nothing about Ewa

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

FILM. Wenn ein Konzept nach hinten losgeht: "Struggle", das Spielfilmdebüt der österreichischen Regisseurin Ruth Mader. 

Ewa heißt sie, die junge Polin, die als Erdbeerpflückerin nach Österreich gekommen ist, für ein paar Cent pro Kilo von früh bis spät auf dem Feld schuftet und nach Ende der Saison mit ihrer kleinen Tochter abhaut, um sich diesseits der Grenze eine neue Existenz aufzubauen. Sie geht auf den Arbeitsstrich. Landet in einer Geflügelfabrik und nimmt Truthähne aus; poliert Souvenirartikel in einem Warenhaus auf Hochglanz und putzt beim Chef daheim den Pool.

  Roland heißt er, der geschiedene Immobilienmakler aus Wien, der durch leere Bürogebäude streift, abends zu Hause bei Schnitzel und Bier sitzt und von einem Arbeitskollegen auf eine rasche Strangulationsnummer in der strengen Kammer eingeladen wird. Einmal fährt er nachts im BMW den Gürtel entlang. "Das sind Prostituierte", klärt er sein verstocktes Töchterl genüsslich auf. "Die verkaufen ihren Körper.


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