Der Ton und ich

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 24/03 vom 11.06.2003

KUNSTHANDWERK. Wenn Töpfe zur Obsession und zu Erotika werden: Matthias Kaiser hat in New York, Japan, Korea und Indien das Töpferhandwerk erlernt. In einer Ausstellung sind jetzt seine tönernen Glanzstücke zu sehen. 

Zweimal wurde Matthias Kaisers Welt bis in die Grundfesten erschüttert. Eines schönen Tages spaziert er durch die Straßen New Yorks und sieht in einem Laden, Halbparterre, japanischer Trödel, einen eckigen Porzellanteller. Kaiser, damals 19-jährig, eine Karriere als Saxophonist im Kopf und geradewegs der kleinen Grazer Welt entflohen, bleibt wie angewurzelt stehen: unerklärliche Faszination des Geschirrs.

  Sechs Jahre später, genau am 9. Juni 1992, stößt er in Isfahan, Iran, auf Ahmed. Der hat ein seliges Lächeln im Gesicht und viel Frieden im Gemüt. Er ist der Kassier in einem Zuckerlgeschäft und sagt zu Kaiser: "Ich weiß, was du suchst, ich zeig dir, wo du es finden kannst."

  Zweimal wurde Matthias Kaiser bis heute von Unerklärlichem überwältigt.


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