Märchenprinz-Provinz

Vorwort | GERALD MATT | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

KOMMENTAR. Worum geht es wirklich, wenn Franz Moraks Kulturpolitik das Land der Stadt programmatisch vorzieht? 

Ich bin der Märchenprinz, ich bin der Märchenprinz, in der Provinz bin ich der Märchenprinz": Wenn ich mich recht erinnere, geht es in diesem Uralthadern der steirischen Juxband EAV um einen Grazer Gigolo, der am Samstagabend im Vertrauen auf seinen Metropolenbonus in den Diskotheken des Umlandes die Puppen tanzen lassen möchte (und bei seiner Aufrisstour am Widerstand der ländlichen Platzhirschen scheitert, die es nicht mögen, wenn man in ihren Revieren wildert).

  Das Kalkül des "Märchenprinzen", mit seinen vermeintlich urbanen Atouts in der Provinz Eindruck zu schinden, findet derzeit eine frappierende Parallele in der österreichischen Kulturpolitik. Auch diese ist durch ein verschärftes Bestreben charakterisiert, in der Provinz aufzutrumpfen. Die Fakten sind bekannt: Der Kulturstaatssekretär streicht den Festwochen den Bundeszuschuss, lobt die Oberzeiringer Shakespeare-Tradition


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige