STANDPUNKT: Endlich daheim

Politik | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

Jetzt tun sie es endlich: Die Wiener SPÖ will den Integrationsfonds abschaffen und in eine Magistratsabteilung umwandeln. Seit sich die Roten 2001 vollmundig zu einer "Diversity-Politik" à la Niederlande - mehr Zuwanderer in der Stadtverwaltung - bekannt haben, waren die Tage des 1992 gegründeten Fonds gezählt. Und schade ist es wirklich nicht drum. Denn das Gremium, als Schnittstelle zwischen Stadtpolitik und Zuwanderern gedacht, dümpelte in den vergangenen Jahren in der Bedeutungslosigkeit vor sich hin - von der Stadt finanziert und gegängelt, aber doch nicht direkt Teil des Magistrats. In der Öffentlichkeit fiel der Fonds hauptsächlich durch Streitereien auf. Hatte sich der alte Fondschef Max Koch noch in die lange Zeit zögerliche rote Integrationspolitik eingemischt, hielt sich sein Nachfolger Johannes Seitner bedeckt (außer mit der obligaten Schwarz-Blau-Kritik). Dafür lag er mit vielen Mitarbeitern im Dauerclinch. Die Leistungen des Fonds - er organisiert Deutschkurse und leistet Basisarbeit in den Bezirken - sollen im Magistrat fortgeführt werden. Damit wäre die heikle Ausländerpolitik endlich dort gelandet, wo sie hingehört: im Zentrum der Stadt, nicht elegant irgendwohin ausgelagert. Eines ist aber auch klar: Die Heimholung ins Magistrat kann nur der Anfang einer echt mutigen Diversity-Politik sein. J. O.


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