Kommentar: Wiener Festwochen 2003 - eine Bilanz

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

Der durchschnittliche Festwochenzuschauer besucht sechs verschiedene Vorstellungen. Bei mir warens heuer 24, womit ich meinen persönlichen Rekord aus dem Vorjahr (23) noch übertroffen habe. Ich erwähne das nicht, weil ich sonderlich stolz darauf wäre (tatsächlich geht so was wohl eher ins Schrullige), sondern um die Relationen klarzustellen: Ein normaler Mensch, der sein halbes Dutzend Festwochenvorstellungen besucht, hat mit etwas Glück eine ziemlich gute Chance, gut bedient zu werden. Wer aber (fast) alles sieht, erlebt auch mehr Enttäuschungen: Von professionellen Beobachtern wurden die Festwochen heuer deutlich weniger euphorisch beurteilt als voriges Jahr. Für den zunächst eher diffusen Eindruck, das Programm sei heuer schwächer gewesen als zuletzt, gibt es ein paar ganz konkrete Erklärungen.

Erstens: Der Thrill des Neuen ist verflogen. Das von Schauspieldirektorin Marie Zimmermann im Vorjahr eingeführte Programmprinzip "Mehr ist mehr" war heuer bereits zur Routine geworden.


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