Wer die Nachtigall rockt

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

MUSIK. Das viel gelobte österreichische Quartett Bulbul pflegt auch mitten im Rock-Hype einen eigenbrötlerischen Charme. 

Können Sie mir die Bedeutung des Wortes Bulbul mitteilen?", fragt eine Figur in dem Roman "Der dritte Polizist" des wunderbaren irischen Absurdisten Flann O'Brien. Dass es sich dabei um eine persische Nachtigall handelt, ist eigentlich nebensächlich. Aber wenn eine Band ihren Namen aus O'Briens seltsamer Welt bezieht, kann sie schon einmal so schlecht nicht sein. Wenn sich noch dazu ihr Mittelpunkt Manfred Engelmayr jahrelang Schruns Tschagguns nannte, um aktuell den nicht weniger klingenden Namen Moussi Bucy anzunehmen, und an der Türklingel der Band-WG "Dr. Mabuse, Specialist für Weltherrschafft" [sic] steht, winken Dada und Situationismus schon recht unmissverständlich mit dem Zaunpfahl.

  Es wäre jedoch ein Missverständnis, Bulbul nur über ihren Humor und die Selbstinszenierungen fassen zu wollen. Denn in erster Linie geht es um Rock. Dass der nicht ganz


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