Kein Kreuzerl für Gott

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

FILM. Babak Payamis Komödie "Secret Ballot" begleitet eine Wahlhelferin auf Stimmenfang im ländlichen Iran.

Neben dem chinesischen gehört das iranische Kino zu den politisch ambivalentesten und umstrittensten Beiträgen zur internationalen Filmkultur. In den seltensten Fällen sind seine Hervorbringungen (zumindest die im Westen zugänglichen!) politisch eindeutig als "regimetreu" oder "dissident" zu identifizieren; zumeist wandern seine Erzählungen auf dem schmalen Grat zwischen realpolitischem Dissens und dennoch ungebrochenem Stolz auf die Idee eines iranischen Staates und seiner kulturellen und ethnischen Vielfalt.

  So ein Film ist auch Babak Payamis "Secret Ballot" (im Original: "Raye makhfi"), eine Komödie, wenn man so will, über die Prozedur der landesweiten Wahlen und die pragmatischen Probleme, mit denen staatliche Helfer in den ländlichen Regionen zu kämpfen haben. Auf einer Insel im Süden landet - sprichwörtlich aus heiterem Himmel - eine Wahlurne. Das seltsame Himmelsgeschenk


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