Liebe deinen Dämon

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

FILM. Hayao Miyazakis fantastisches Animationsmärchen "Chihiros Reise ins Zauberland" plädiert für einen Humanismus gegenüber dem Nicht-Humanen. 

Einmal die falsche Abzweigung genommen, und schon ist alles anders: eine Vorstellung, der Kinder mit einer gewissen Angstlust anhängen. Im Falle der zehnjährigen Chihiro führt eine Abkürzung mit dem Auto in eine Art verlassenes Freilichtmuseum und eine menschenleere, vor allem aus Restaurants bestehende Stadt, wo sich Chihiros Eltern sogleich an einem üppigen Buffet verlustieren - und sich prompt in Schweine verwandeln.

  "Chihiros Reise ins Zauberland" ("Sen To Chihiro No Kamikakushi"), der auf der Berlinale des Vorjahrs als erster Zeichentrickfilm überhaupt mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, führt seine Protagonistin und uns in eine Welt, in der die geläufigen Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, beseelter und unbeseelter Materie, Gut und Böse verstörend durchlässig geworden sind. Kaum ist die von ihren Eltern getrennte


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