SPIELPLAN

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

Was verbindet ein Liebesspiel mit einem Boxkampf? Vieles, meint Regisseurin Dana Csapo: Für ihre Inszenierung von Heiner Müllers "Quartett" in der spielbar des Volkstheaters hat sie das Spielfeld wie einen Boxring mit Schnüren abgesteckt, rundherum sitzen die Zuschauer an Kaffeehaustischen. Den Ring besteigen Isabel Weicken als verdorbene Merteuil in einem raffinierten schwarzen Reifrock und Thomas Stolzeti als galanter Verführer Valmont in tadellosem schwarzem Anzug. Am Anfang sitzen sie sich in den Ringecken gegenüber und bewerfen einander mit spitzen Bemerkungen über ihre zahllosen Affären. Doch mit jeder Runde, eingeleitet durch zarte Menuett-Klänge, wird der verbale Schlagabtausch aggressiver - und schließlich sogar handgreiflich: Sie gehen zu Boden und ringen verbissen miteinander. Der Briefroman "Gefährliche Liebschaften" (1782) stand Pate für das Stück: Aus purer Langeweile und Größenwahn spinnt die Marquise de Merteuil ein Netzwerk tödlicher Intrigen. Müller hat


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