Ein ganzer Kerl

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 25/03 vom 18.06.2003

LITERATUR. Jeffrey Eugenides' mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Roman "Middlesex" kann nicht ganz halten, was der mediale Rummel um ihn verspricht. 

Von meiner Geburt an, bei der sie unentdeckt blieben, über meine Taufe, wo sie einem Priester die Schau stahlen, bis hin zu meiner leidvollen Jugendzeit, während der sie nicht eben viel und dann alles auf einmal taten, waren und sind meine Genitalien das Bedeutsamste, was mir je widerfahren ist."

  So weit, so bekannt. Beim Protagonisten von Jeffrey Eugenides' momentan in Feuilleton und Fernsehen omnipräsentem Roman-Hit "Middlesex" handelt es sich um den seltenen Fall eines "5-Alpha-Reduktase-Pseudohermaphroditen". Cal Stephanides, Spross griechischer Einwanderer in Detroit, ist ein Mann mit nicht voll ausgeprägtem Penis, der als Mädchen aufgezogen und sich erst im Zuge erster sexueller Erfahrungen während der Pubertät langsam über sein Geschlecht klar wird.

  "Meine Geschichte zu schreiben ist mitnichten der mutige Befreiungsakt,


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