SPIELPLAN

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 26/03 vom 25.06.2003

Manchmal bringen Wagemutige in den kleinsten Theaterhäusern, mit einfachsten Mitteln, die größten Themen auf die Bühne. Wunderbar, wenn es funktioniert; schade nur, wenn sich die Protagonisten dabei etwas übernehmen. So wie im Theater Pygmalion, wo bei einem Gastspiel junger Schauspieler aus Burghausen in Deutschland Peter Turrinis "Kindsmord" ziemlich verkünstelt wird. Mit großer Geste und weit aufgerissenen Augen werden hier Gefühle nachgeahmt; allzu viel Pathos überdeckt die beklemmende Geschichte. Das Stück, 1978 geschrieben, basiert auf einem realen Fall: Eine junge Frau aus bestem Haus hat ihre Tochter umgebracht. Turrini suchte die Kindsmörderin im Gefängnis sowie in der Psychiatrie auf, um ihre Gefühle und Empfindungen aufzuschreiben. Warum sie das Kind erwürgt hat, bleibt ein Rätsel. Doch entstanden ist ein berührender Monolog, der aus dem verwüsteten Leben einer Frau erzählt, die immer alles richtig machen wollte und dabei immer entsetzlich danebengelegen ist.


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