Natursekt in der Kirche

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 26/03 vom 25.06.2003

LONDON SOUND FILES. Es heißt, im Pop gehe es immer um Sex. Mag sein, aber nicht so wie bei Adam Green und den Hidden Cameras. 

An lauen Spätfrühlingstagen ist London immer voll von amerikanischen Songwritern, die diesseits des Atlantik nach einem Verständnis suchen, das sie in der zu Tode formatierten Popwelt ihrer Heimat nicht mehr finden können. In der alten, europäischen Pop-Metropole sind sie bei Labels, Veranstaltern und Publikum gleichermaßen beliebte Gäste, bringen sie doch nicht selten einen idiosynkratischen Wortwitz ins Spiel, der ihren in Weltschmerz oder karrieristischer Verbissenheit erstarrten britischen Kollegen dieser Tage zumeist abzugehen scheint.

  Eine dieser willkommenen Erscheinungen ist Joel Gibb alias The Hidden Cameras aus Toronto, dessen Stimme zuweilen deutlich an Ex-Smiths-Sänger Morrisseys geziertes Timbre gemahnt. Bloß singt Gibb nicht so wie jener über seine Beziehungsunfähigkeit, sondern vielmehr über seine schwule Sexualität, mit besonderem


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