Unter der Sonne Mexikos

MICHAEL LOEBENSTEIN | Kultur | aus FALTER 26/03 vom 25.06.2003

FILM. "Jápon", der Debütfilm des Mexikaners Carlos Reygadas, ist eine faszinierende Meditation über Natur, Tod und die Kraft der nackten Existenz. 

Jápon" ist mittlerweile der fünfte Film mexikanischer Provenienz, der hierzulande innerhalb eines Kinojahres anläuft. Substrahiert man die amerikanisch koproduzierten Soap-Dramen "Frida" und "El crimen del Padre Amaro", bleiben drei Filme über, die jeder für sich als eine "neue" Richtung des mexikanischen Kinos gehypt werden: Alfonso Cuaróns "Y tu mamá también", Alejandro González Iñárritus "Amores perros" und eben "Jápon", das Spielfilmdebüt des mexikanischen Juristen Carlos Reygadas: ein aufregendes, erratisches Stück Kino, das Fragen nach der Natur menschlicher Entscheidungen und Triebe geschickt mit einem dokumentarisch inspirierten, fantastischen Realismus zusammenführt - ein Unterfangen, das schnell einmal in Prätention oder Folklorismus umschlägt, in Reygadas Film aber eine ganz eigenartige Stimmigkeit erreicht.

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