Keine Negerlein mehr?

Kultur | KONSTANZE FLIEDL | aus FALTER 26/03 vom 25.06.2003

LITERATUR. Agatha Christies Klassiker "Zehn kleine Negerlein" von 1939 ist nun mit neuem Titel und in neuer Übersetzung wieder aufgelegt worden. Die politisch korrekte Kosmetik ändert jedoch nichts an der fragwürdigen Ideologie des Buches. 

Unter neuem Namen ist im Scherz-Verlag eben ein Krimi-Klassiker erschienen: "Und dann gabs keines mehr" heißt jetzt, ziemlich schlapp, ein Buch, das von Agatha Christie stammt und als "Zehn kleine Negerlein" Furore gemacht hat. Vor einem Jahr nämlich erhob die Antidiskriminierungsstelle in Hannover im Verein mit African Action Einspruch gegen einen Titel, der geeignet sei, in Deutschland lebende Afrikaner zu diskriminieren. "Krimi-Titel wird zum Titel-Krimi", mokierte sich die Hannoversche Allgemeine; "Neger" sei laut Verfügung des Deutschen Presserats kein Schimpfwort, die ganze Erregung komme einem ein kleines bisschen albern vor.

  Auf den Vorwurf der Humorlosigkeit muss gefasst sein, wer am gedankenlos Treuherzigen Anstoß nimmt: Auch die


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