KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 26/03 vom 25.06.2003

Der Wagen von Moët & Chandon kreuzte nicht umsonst auf der 34. Art Basel: Die laut Eigendefinition "wichtigste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst" bescherte ihren 270 Galerien trotz Wirtschaftsflaute auch heuer hohe Gewinne und ließ die Champagnergläser klingen. "Fantastisch" lautete das Urteil am Stand der Salzburger Galerie Ropac, die mit abgesicherter, hochkarätiger Ware wie Balkenhol, Gormley oder Katz auch nichts falsch machen konnte. Interessanterweise nannten viele der von Venedig weitergereisten amerikanischen Sammler gerade den schlechten Zustand des US-Aktienmarktes als Grund für verstärkte Kunstinvestitionen. Die Malerei hat im Verhältnis zur Fotografie in Basel wieder stark aufgeholt, Installationen hatten wenig Chance, und Video war nur marginal vertreten. Aufwendige Videoinstallationen zeigten etliche Galerien in dem "Art Unlimited" genannten Teil der Messe, in dem kojensprengende Arbeiten Platz finden. "Transzendenz" hätte das Thema dieser "Best of Big"-Schau lauten können: Georg Kargl steuerte ein Video von Muntean und Rosenblum bei, das in einer Autowerkstatt Heiligenposen zu Barockmusik inszeniert, und Rosemarie Schwarzwälder zwei riesige Helmut-Federle-Gemälde voller Kreuze, eines mit Titel "4,4 Resurrection" - Käufer und Preis übrigens streng geheim.

  Unter die 17 Galerien, die aus 300 Bewerbern für die Abteilung "Statements" ausgewählt wurden, schaffte es dieses Jahr die Galerie Krobath Wimmer mit Florian Pumhösl. Mit seinem hohen formalen und inhaltlichen Anspruch ließ der 1971 geborene Wiener die anderen Einzelpräsentationen klar hinter sich. Einer der lebendigsten Stände der Messe gelang Christine König: Vorbei an einem eindrucksvollen Gemälde von Leon Golub und über Bodenarbeiten von Constantin Luser konnte man dort in einen von Johanna Kandl gestalteten ersten Stock gelangen und durfte sich aus dem Kühlschrank zwar nicht mit Champagner, dafür aber mit einer Flasche der köstlichen Schweizer Limonade Rivella versorgen.


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