Stadtrand: Ausziehen verboten!

Stadtleben | aus FALTER 26/03 vom 25.06.2003

Wie eklig ist das denn? Kaum steigen die Temperaturen wieder ein klein wenig über 30 Grad, schon bilden sich ein paar Stadtbenutzer ein, sich unbedingt ihrer Hemden und Leibchen entledigen zu müssen. Sind wir denn hier im Cluburlaub, auf der Loveparade oder am Strand? Dass heute jeder in Badelatschen durch die Stadt spazieren muss, daran haben wir uns mittlerweile schon gewöhnt. Doch bei ein bisschen Sommersonne mit nacktem Oberkörper in der Gegend herumzurennen ist nur hitzehysterisch. Ausnahme sind natürlich Berufsboxer oder Menschen, die auf Baustellen, in öffentlichen Schwimmbädern oder Topless-Bars arbeiten. Aber halb nackt hinterm Würstelstand zu stehen und dabei Hot Dogs zu braten, das geht nun wirklich zu weit. Den Oben-ohne-Wurstverkäufer gibt es, echt wahr. Vor dem Generali Center, ich glaube, ich muss mich übergeben! In der U-Bahn möchte ich jedenfalls nicht an einem fremden, feuchten Oberkörper kleben bleiben. Ich mag im Schanigarten keine hüllenlosen Biertitten und -bäuche betrachten müssen, und auch auf der Kärntner Straße sind mir angezogene Passanten eigentlich lieber. Wenn das so weitergeht, werden Geschäftsleute bald Schilder anbringen "Ausziehen verboten". Und womit? Mit Recht natürlich. C. W.


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