Der gute Mensch von Wien

Stadtleben | NINA HORACZEK | aus FALTER 26/03 vom 25.06.2003

ENGAGEMENT. Seit Jahren kümmert sich die frühere Erzieherin Ute Bock um obdachlose Asylwerber. Wer ist die engagierte Pensionistin, für die Wien diesen Sommer Bier trinkt? 

Ute Bock packts nicht: "Der will sich mit einer Esskarte ausweisen." Und drückt dem jungen Afrikaner stattdessen einen Zettel in die Hand, der auch nicht überzeugt: "Herr P., geboren im Kongo, ist derzeit ohne Unterkunft. Er wird, sobald wir einen Schlafplatz für ihn gefunden haben, einen Meldezettel erhalten", steht in Blockbuchstaben auf dem A5-Zettel. Handgeschrieben. Unterschrift Bock. Ob dieser Wisch hilfreicher ist als eine Essenskarte? "Manchmal ruft schon ein Polizist an und fragt: ,Was ist denn des für a Schas?'", sagt sie. Aber meist gäbe es keine Probleme mit der Polizei. Auch nicht am Meldeamt, das die 62-Jährige zumindest wöchentlich besucht. "Dort hams eine eigene Beamtin für mich abgstellt".

  Kein Wunder. Woche für Woche liefert die Flüchtlingshelferin zahllose Namen beim Meldeamt ab. An


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