Wintasunn

CHRISTIAN CARGNELLI | Kultur | aus FALTER 27/03 vom 02.07.2003

FILM. Im Votiv-Kino laufen neue österreichische Kurzfilme. Herzstück des Programms: "un peu beaucoup" von Marie Kreutzer. 

Zu den schönsten Augenblicken im Kino gehören jene, in denen das "Gefühlsbindemittel" eines Songs aus der eigenen Jugend mit dem Moment einer Filmerzählung glückhaft zusammengeht. Ein Mädchen nimmt eine LP, die sie zum 16. Geburtstag geschenkt bekommen hat, aus dem Klappcover, legt sie voller Vorfreude auf den Plattenteller, setzt die Nadel auf. Dann knisterts. Und dann singt einer, den das heimische Kino der letzten Jahre ignoriert hat (kein Wunder, gelingt ihm doch schon lang nichts mehr richtig): "Du bist wia de Wintasunn ..." Zu Wolferl Ambros also sehen wir Melanie jetzt bei Anbruch der Nacht durchs Dorf radeln: "... die nur an manchen Tagen scheint ..." Sie dreht eine Kurve, fährt die Straße zurück, woher sie gekommen ist - es wird ihr nicht beschieden sein, das übergroße Glück des Augenblicks bis zu ihrem und des Films Ende auszukosten.

  Georg,

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