Grün vor Wut

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 27/03 vom 02.07.2003

FILM. Ang Lee verfilmte mit "Hulk" einen Comic der Sechzigerjahre als melodramatischen Autorenfilm, ohne dabei für Trash viel übrig zu haben. 

Eins der Bilder, das in "Hulk" immer wiederkehrt, sind Großaufnahmen von Augen. Einmal das braungelbe Auge einer fetten Kröte im Versuchslabor, ein andermal die grünlich sich verfärbenden Augen von Bruce Banner. Ganz nah geht die Kamera heran, bis von Iris und Pupille auf der Leinwand kaum mehr als ein dunkles bedrohliches Flirren auszumachen bleibt. Wenn das Auge "der Spiegel der Seele" ist, so ist die Kamera das "Auge der Welt" - wobei freilich das Kameraauge dem unseren voraus hat, dass es die Bilder, die es sieht, "nicht nur als verblassende Erinnerungen, sondern mit stets reproduzierbarer Frische" bewahrt.1

  Verblasste, unterdrückte Kindheitserinnerungen sind der Schlüssel zu diesem Film, dessen Held, besagter Bruce Banner, wann immer er in Wut gerät, sich in ein grünes Monster namens Hulk verwandelt. Das vielleicht Bemerkenswerteste


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