STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 27/03 vom 02.07.2003

Gastro, Gelse, Großleinwand - gemma! Mit Beginn der Schulferien startet die Sommerkino-Saison. In Form des Open-Air-Kinos wird sie von Jahr zu Jahr immer populärer: Mitte Juli gibt es Film unter freiem Himmel im Augarten (Kino unter Sternen bzw. Filmarchiv Austria - näheres dazu kommende Woche!), schon jetzt beispielsweise in der Krieau und im Simmeringer Schloss Neugebäude. Letztere Locations setzen überwiegend auf Erfolgsfilme in deutscher Synchronfassung; die Krieau bietet Wetterbeständigkeit aufgrund überdachter Sitzplätze, während Simmering zusätzlich mit Schlossführungen, Konzerten und Kinderprogramm aufwartet. Informationen und Programm finden sich im Falter-Programmteil!

  So richtig ephemere Filme stehen indes am Dienstag, 8. Juli, im Mittelpunkt eines Sommerkino-Specials im Schikaneder. Das "Lost Film Festival" (Beginn: 20 Uhr) zeigt eine Auswahl von Low- und No-Budget-Arbeiten aus dem Umkreis des gleichnamigen amerikanischen Guerrillafilmer-Festivals: Videos und Experimentalfilme abseits auch des Independent-Mainstreams, in denen nicht selten politisch agitiert, parodiert und destruiert wird, dass es nur so eine Freude ist. Festival-Mastermind Scott Beibin betont nicht erst seit der Verschärfung der Situation unabhängiger Medien angesichts von 9/11 und dem Irakkrieg den partizipatorischen und medienkritischen Aspekt dieser Form medialer Basisarbeit: Filme wie der animierte "State of the Union" (George Bush meets the Teletubbies!) oder "Gigi from 9 to 5" (ein kapitalismuskritisches "consumer musical") brechen so beispielsweise auf hinterfotzige Art mit den Bild- und Erzählmonopolen der Unterhaltungsindustrie. Ob der Abend dann tatsächlich aus Höhepunkten oder vielmehr aus Schrott besteht, weiß man allerdings vorerst noch nicht: Die Veranstalter halten die Programmgestaltung bis zum Ende offen.


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