"Jeder kämpft für sich"

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 27/03 vom 02.07.2003

MUSIKTHEATER. Nach vier Jahren verlässt Dominique Mentha die Volksoper Wien vorzeitig. Im Abschiedsgespräch spricht der stets umstrittene Direktor nur kurz über Statistik und lange über kulturpolitische und andere Probleme seiner Amtszeit. 

Dominique Mentha war in Wien ein einsamer Mann. Als Nachfolger von Klaus Bachler trat der heute 47-jährige Schweizer 1999 die Direktion der Volksoper Wien an. Seine undankbare Aufgabe: die inhaltliche Neupositionierung ("in Richtung Innovation") des damals gerade aus dem Bundestheaterverband ausgegliederten und dadurch finanziell geschwächten Hauses, das zudem als Wiener Operettentempel zu den konservativen Bühnen des Landes zählte. Mit dem Tanzabend "Schwanensee remixed" von Ballettchefin Liz King (siehe auch S. 62), mit zeitgenössischem Musiktheater (Luigi Dallapiccolas "Il Prigioniero", Matthias Pintschers "Thomas Chatterton") oder mit einem jung besetzten "Falstaff" (Giuseppe Verdi) gelangen ihm auch tatsächlich ausgezeichnete und zeitgemäße

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