DOLM DER WOCHE: Andreas Khol

Politik | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Andreas Khol ist nicht nur Nationalratspräsident, sondern auch Verfassungsprofessor und ein gebildeter Mann. Umso mehr verwundert es, wenn er sich ein bisserl begriffsstutziger gibt, als er ist. Am Sonntag wurde Khol etwa vom ORF zum Fall von Finanzminister Karl-Heinz Grasser befragt. Der Minister, der sich selbst gerne als "unabhängig" bezeichnet, wurde bekanntlich von der Industriellenvereinigung mit mehr als 200.000 Euro für eine Homepage gesponsert, während er die Verstaatlichte an Industrielle (vielleicht an seinen Exbrötchengeber Frank Stronach?) verhökert. Politisch unvereinbar. Ein Minister hat sich nicht von der Industrielobby bezahlen zu lassen. Khol findet dennoch nichts dabei: "Auch andere Politiker haben sich ihre Internetauftritte aus Mitteln des Parlaments oder von ihren Parteien bezahlen lassen", sagt er. So als ob zwischen Parlament und Industrie kein Unterschied wär.


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