STANDPUNKT: Sonderparteitag!

Politik | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Ewald, mach was! Wäre die FPÖ eine normale Partei , hätte Volksanwalt Ewald Stadler heute mehr Grund denn je, Unterschriften für einen Sonderparteitag zu sammeln. Eine Partei, die ständig damit nervt, dass morgen alles anders ist, als gestern gesagt wurde, soll sich nicht über die Medien beschweren, sondern sich treffen und klären, was sie will. Oder kennt sich irgendwer noch in der FPÖ aus? Bei den Abfangjägern zum Beispiel: Zuerst heißt es "Ja" (Riess-Passer). Dann "Nein" (Knittelfeld). Dann wieder "Ja" (Regierungsprogramm). Dann wieder "Nein" (Bundesräte). Und jetzt "vielleicht" (Jörg Haider). Der Parteichef? Nur mehr ein schlechter Witz. Anstatt zuzugeben, dass eh alle - bis auf Herbert Haupt - Jörg Haider sehnsüchtig zurückerwarten, mühen sich die FP-Spitzen ab, möglichst in jedem Satz Haider und Haupt vorkommen zu lassen, um sich nicht positionieren zu müssen. Das klingt nicht nur blöd, sondern ist peinlich. Also warum nicht nochmal in Knittelfeld reservieren? Weil die FPÖ eben die FPÖ ist. Eine Partei, die den Chef mit einer Generalvollmacht ausstattet, damit er tun und lassen kann, was er mag, und in der Kritiker haufenweise eliminiert wurden, tut sich mit demokratischen Entscheidungen halt nicht leicht. Wie soll man sich sonst erklären, dass Knittelfeld, der Höhepunkt direkter Demokratie in der FPÖ, gleichzeitig ihr Untergang war? N. H.


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