"Zweite Kolonialisierung"

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

WIRTSCHAFT. Die EU will ihre Wasserversorgung nicht liberalisieren, fordert dies aber von den ärmsten Staaten der Welt. Und zwar im Namen der Entwicklungshilfe. 

Wer für Fair Trade mit den Entwicklungsländern sei, könne nicht gegen das GATS sein, sagte Wirtschaftsminister Martin Bartenstein vergangene Woche im Parlament. Kürzlich hat die Europäische Kommission, die im Namen aller EU-Mitgliedsstaaten die GATS-Verhandlungen führt, ihren Wunschzettel bei der Welthandelsorganisation WTO abgegeben. Nun zeigt sich, was die EU unter gerechtem Handel versteht: An 109 von insgesamt 144 Staaten haben die EU Forderungen gestellt - 94 davon sind Entwicklungs- und Schwellenländer. Und genau das, wovor sich die Österreicher am meisten fürchten, soll - geht es nach den Plänen der Europäischen Kommission - in anderen Ländern passieren: Von 72 Staaten fordern die Europäer nun die vollkommene Liberalisierung der Wasserversorgung - darunter auch von Ländern, denen Experten in den nächsten


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