Der Arbeiter Führer

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

VOEST. Milliardensubventionen in den Siebzigern, Verstaatlichtenkrise in den Achtzigern, Privatisierung in den Neunzigern: Der Elektriker Manfred Führer hat in fast dreißig Jahren bei der Voest schon viel miterlebt. Jetzt wartet er auf Frank Stronach. 

Es stinkt nach Schwefel. Eine gelbe Dunstwolke hängt über dem Werksgelände. Manfred Führer, ein zwanzigjähriger Elektriker aus Neuhofen an der Krems, kommt sich vorstellen. Keine zehn Minuten später greift ein Arbeiter in eine Walze. Es reißt ihm die Hand aus. Blut spritzt. Führer hält einen Fetzen hin. Ein Kollege macht einen Druckverband. Die Rettung holt den Verletzten. Er stirbt im Krankenhaus.

  Trotzdem stellte sich Führer damals, im April 1974, der harten Aufnahmeprüfung bei der Voest in Linz. Er bestand, bekam einen grünen Spind zugeteilt und verdiente plötzlich statt 2100 Schilling ganze 5000 in Monat. "Alle zehn Jahre stirbt einer bei einem Unfall", sagt Führer heute nüchtern. Ein Drittel der Arbeiter erlebt die


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