Wiener Lösung

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

NAZIGRAB. Die Stadt Wien erkennt dem NS-Luftwaffenmajor Walter Nowotny das Ehrengrab ab - nur merken sollen die Wiener nichts davon. 

Hans Dichand wünscht sich eine Volksabstimmung. "Der Soldat Nowotny ruht in Gott. Man hätte seine Ruhe nicht stören dürfen", schimpft der Krone-Herausgeber unter seinem Pseudonym Cato. Die Leser seiner Zeitung fürchten sogar eine "chinesische Kulturrevolution" im roten Wien. Und die als rechtsextrem eingestufte Kameradschaft Germania mobilisiert schon für einen Fackelzug für den Soldaten Nowotny am Zentralfriedhof.

  Vergangenen Mai beschloss der Wiener Gemeinderat auf Antrag des Grünen David Ellensohn die Aberkennung des Ehrengrabes des NS-Majors Walter Nowotny am Wiener Zentralfriedhof (siehe Falter 21/03).

  Nowotny war laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands Hitlerjugend-Führer, als die Nationalsozialisten in Österreich noch verboten waren, und trat am 1. Mai 1938 mit 17 Jahren der NSDAP bei. Nach der Matura meldete er


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