FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Zuerst die Schrecksekunde, wenn auf einmal der blonde Mann statt der gewohnten Kulturlady die ZiB-News aus der großen weiten Welt der Kunst herunterliest. Wo ist die schicke Skunk-Frisur, wo um Himmels willen ist Karin Resetarits? Seit 1980 hat sie uns ins Wohnzimmer gequatscht, von "Ohne Maulkorb", "Trailer", "Treffpunkt Kultur", "Absolut Resetarits" bis hin zu den "ZiB"-Kulturnews - und auf einmal ist sie weg, durch einen Jüngling ersetzt. Ein kurzer Schock fürs Publikum, aber eine grundlegende Ernüchterung für den Moderatorenstand an sich. Denn schon nach geschätzten drei Monaten täglichem "ZiB"-Dienst, wenn der Neue Paul Kraker in TV-Media brav Wohnung und Freundin hergezeigt oder mit News seinen ersten Erotik-Check absolviert hat, wird sich kaum noch einer fragen, was Resetarits so treibt. Die Formel für beliebte TV-Moderatoren ist nämlich denkbar einfach: Ein paarmal die Woche am Schirm und keine eitrige Akne im Gesicht reichen, um ein Publikumsliebling zu werden - abgesehen von ein paar Ausnahmefernsehgesichtern natürlich. Also muss sich Kraker nicht vor schlechten Kritiken fürchten - nur mit seinem Haar könnte er vielleicht was Gewagteres machen.


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