MORAKS SUBVENTIONEN: Organisierte Kreativität

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Künstlerinnen und Künstler gehören zu den am wenigsten privilegierten sozialen Gruppen: Keine große Gewerkschaft oder Lobby schützt sie vor den Härten sozialer Wirklichkeit. Kunstprojekte entstehen in diesem unterprofessionalisierten Bereich vielfach durch informelle Abmachungen. Es ist fast wie auf dem Dorf: Jeder kennt jeden, man redet miteinander, vereinbart Projekte. Kunst entsteht - anders als im juridisch stark formalisierten Feld der Ökonomie - oft nur auf Basis gegenseitigen Vertrauens.

  Erklärte Absicht der Subventionspolitik von Franz Morak war es, die Durchlässigkeit zwischen Kunst und Ökonomie unter dem Stichwort der "organisierten Kreativität" zu erhöhen - mit zweifelhaftem Erfolg für beide Seiten, wie sein Prestigeprojekt "Kunst gegen Gewalt" belegt. Im Februar 2002 rief Morak diese Initiative ins Leben, das Thema war dehnbar genug für unterschiedlichste künstlerische Regungen, von Konzerten bis zu einem Plakatwettbewerb "Werber gegen Gewalt". 948.000 Euro


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