Ratten an der Wand

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

KUNST. Der anonyme und doch berühmte englische Graffiti-Künstler Banksy hat Wien besucht, seine Spuren hinterlassen und mit dem "Falter" gesprochen. 

Am Naschmarkt-Deli und in der hippen Schleifmühlgasse prangen lebensgroße Polizisten in Kampfmontur, grellgelbe Smileys im Gesicht. Have a nice day. Den Ring zwischen Angewandter und Schwarzenbergplatz haben nächtens unbemerkt Ratten übernommen: Schleichend beschmieren sie Baustellen, sprayen das "Anarchy"-Zeichen und glotzen den überraschten Passanten mit fragenden Augen an. Die Schablonentiere sind Teil einer Serie, die der anonyme Graffitikünstler Banksy seit Jahren auf Wänden rund um den Erdball affichiert: "One day the powerless losers will gang up and tear this city apart."

  Absurd, könnte man meinen - aber auch nicht absurder als plötzlich verschwundene Massenvernichtungswaffen, die täglichen Fernsehnachrichten oder die schleichende Privatisierung öffentlichen Lebensraums durch internationale Konsum-Multis. Das kann


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