BANKSY IM WUK: Kampfhubschrauber mit Mascherl

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Banksys Kleinwagen steht im WUK-Innenhof und ist mit der britischen Nationalflagge bemalt. In Dach und Frontscheibe klaffen pflastergroße Löcher. Riots! Radicalism! England! In der Mitte des Ausstellungsraumes baumeln fotografische Dokumentationen von der Decke. Da beugen sich Giraffen neugierig zu der auf einen Stein gesprayten Künstlersignatur. Ein Foto zeigt einen Zuchtbullen, auf dem "To advertise here call 0800 Banksy" geschrieben steht. Kampfhubschrauber mit Mascherl oder Schafe mit Totenkopf: Banksys Engagement in der britischen Antikriegs- und Tierschutzbewegung kann lediglich erahnt werden. Für eine dezidierte Nicht-Kunst-Ausstellung setzt die Ausstellung zu sehr auf die Aussagekraft der Schablonengraffiti.

  Der Geschichtenerzähler Banksy schreckt vor nichts zurück. An der Wand prangen lebensgroße KZ-Figuren hinter Stacheldraht. Wie Punkgirls haben sie knallrote Lippen, blaue Lidschatten und blond gefärbte Stoppelfrisuren. An der Wand hängt eine Kopie des berührenden Tagebuchausschnitts eines britischen Soldaten, der die unerwartete Freude der befreiten Häftlinge in Bergen-Belsen beschreibt, als das Rote Kreuz Lippenstift verteilte: "Sie waren wieder jemand, nicht mehr die auf ihren Arm tätowierte Nummer."

"Bad Press", bis 26.7. in der Kunsthalle Exnergasse im WUK (9.. Währinger Straße 59). Am 23.7., 19 Uhr, sprechen Thomas Northoff, Martin Reiterer und Markus Hanzer über "textuelle und visuelle Aspekte von Banksys Werk".


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