OPEN-AIR-KINO: What's new, Pussycat?

Kultur | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Was der Popmusik der Stadionrock, ist dem Kino das sommerliche Open Air - ein Ereignis also, bei dem es meist weniger ums Programm als ums Dabeisein geht. Es geht aber auch anders. Nach den Veranstaltungen im Simmeringer Schloss Neugebäude und der Leopoldstädter Krieau nehmen nun auch die restlichen Freiluftkinos ihren Betrieb auf: Am 10. Juli startet das "Kino unter Sternen" im Augarten (Eingang Gaußplatz) mit einem gewohnt durchmischten Programm aus Autorenfilm-Previews (Breillat, Ozon), Klassikern des europäischen und amerikanischen Kinos und einem lose zusammengestellten Schwerpunkt zum Thema "Dress Code", der unter anderem Russ Meyers gnadenlosem Schwarz-Weiß-Exploitationer "Faster Pussycat! Kill! Kill!" (1965) die Weihen der Großleinwand zukommen lässt. Ein Höhepunkt der ersten Spielwoche ist zweifellos Joseph H. Lewis' Bonnie-&-Clyde-Vorläufer "Gun Crazy" (1949) am 16.7., ein grimmiger, on location gedrehter Film noir.

  Empfehlenswert, obwohl technisch weit weniger gut ausgestattet, ist das erratisch programmierte "Arena Sommerkino", das noch bis Ende Juli einen wilden Mix aus (ost-)europäischem Autorenfilm, Video-Agitprop und Konzertfilm (Fuckhead live!) bietet. Das ambitionierteste Freiluftprogramm dieses Sommers findet ebenfalls im Augarten, allerdings bedauerlicherweise in Graz statt: Im dortigen Augarten läuft von 24.7. bis 30.8. das Diagonale-Special "Crossing Europe" mit größtenteils "kleinen" und bislang ungezeigten Filmen über Europa, seine Grenzen und deren Überschreitung.


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