"Lassen Sie mich in Frieden!"

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

MUSIK. Der New Yorker Rock-Veteran Lou Reed besucht mit einem Best-of-Programm das Wiener Konzerthaus. Der "Falter" erreichte den mürrischen Künstler am Telefon. 

Mitte der Sechzigerjahre stolperte Lou Reed als Anführer seiner viel imitierten Band The Velvet Underground in die Szene rund um Andy Warhols Factory, revolutionierte in Songs wie "Waiting for the Man", "Heroin" und "Pale Blue Eyes" die Rolle des Poptexters und verkörperte eine neue, düstere Form der Coolness. In den Siebzigern vollführte er mit Soloalben wie "Transformer", "Berlin", "Metal Machine Music" und "Street Hassle" eine kompromisslose Wandlung vom Pionier des Glam Rock zum experimentierfreudigen Pedanten, der nach eigenen Angaben jahrzehntelang an der klanglichen Perfektion des D-Akkords feilte.

  Heute, mit 61, ist der mit Laurie Anderson liierte Archetyp des New Yorker Rock 'n' Rollers in jener Phase seiner Karriere angelangt, in der es vor allem um die Pflege der eigenen Legende geht. Reed will der Welt nicht


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