Solo für einen Zuschauer

KARIN CERNY | Extra | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

BORIS CHARMATZ. Neue französische Schule: Der Tanz-Intellektuelle zeigt sein Frühwerk "AATT ... ENEN ... TIONON" und ein etwas anderes Solostück. 

Boris Charmatz ist einer der wichtigsten experimentellen Choreographen der jüngeren Generation, die im Tanz - ausgestattet mit intellektuellem Know-How - öffentliche Selbsterforschung betreibt. Ebenso wie bei Jérôme Bel oder Xavier LeRoy sind seine Arbeiten abstrakt und bleiben doch sehr konkret am Körper. Seine Choreographien mit der Association Edna, die er gemeinsam mit Dimitri Chamblas 1992 gegründet hat, verfolgen ein strenges Konzept, sind präzise und kompromisslos in ihrer Ausführung.

  ImPulsTanz zeigt heuer zwei sehr unterschiedliche Performances. Das 1996 uraufgeführte Frühwerk "AATT ... ENEN ... TIONON" hat damals heftige Diskussionen ausgelöst (unter anderem darüber, wie hier mit Nacktheit umgegangen wird) und ist heute so etwas wie ein moderner Klassiker geworden. Wir sehen einen Turm; fünf Meter hoch, drei Stockwerke,

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