Japanisches Frühlingsopfer

Extra | HELMUT PLOEBST | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Carlotta IKEDA. Stummer Schrei: der Ballettklassiker "Le sacre du printemps" in einer Butô-Version. 

Als Nijinskys Ballett "Le sacre du printemps" 1913 in Paris uraufgeführt wurde, gab es einen heftigen Skandal. Das Premierenpublikum wohnte dem Untergang des romantischen Balletts bei, und es tat sich schwer mit dem Loslassen der Vormoderne. Seitdem hat die Geschichte um die von einer Gruppe geopferte junge Frau zahlreiche Neuinterpretationen erfahren, darunter von Altmeister Béjart, dem Neoklassiker Neumeier, von Glen Tetley, Pina Bausch, Paul Taylor, Johann Kresnik, Martha Graham, Mats Ek und Stephen Petronio. Und, nicht zu vergessen, 2000 in Wien von Lux Flux und dem Saira Blanche Theater: "Einladung an Nijinsky" - wieder ein Aufruhr, vielleicht jener, den Kresnik damals 1982 in Heidelberg gerne gehabt hätte.

  1999 erarbeiteten die beiden japanischen Choreographen Carlotta Ikeda und Kô Murobushi eine Version des Stoffs, die weniger ausladend ist als Béjart, weniger politisch


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