Orpheus unter Wasser

Extra | KARIN CERNY | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

Wim Vandekeybus. Der flämische Choreograph ist immer für eine Überraschung gut. Sein neues Stück "Blush" - mit Live-Musik von David Eugene Edwards - ist ein Abend über die Liebe: Erröten, Streiten und Tanzen, was das Zeug hält. 

Was für ein Anfang: Es ist dunkel auf der Bühne, ein Mann schnarcht. Da schleicht sich eine Frau an ihn heran. Sie streift ihren Slip ab und schläft mit ihm. Ohne dass der Mann aufwacht. Eine bizarre, traumartige Sexszene steht am Beginn eines seltsamen und doch ungemein vitalen und direkten Abends, der mit toller Energie und überbordenden Bildern über die Liebe erzählen wird. Allerdings so, dass er seinem Titel alle Ehre macht: blush bedeutet "erröten". Und erröten ist - ähnlich wie die Liebe - etwas, das sich nicht bewusst steuern lässt. Es passiert einem und legt - gegen den eigenen Willen - eine Seite bloß, die man vielleicht gar nicht herzeigen wollte.

  Genau solche Widersprüche reizen den belgischen Starchoreographen Wim Vandekeybus,


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