Show von hinten

KARIN CERNY | Extra | aus FALTER 28/03 vom 09.07.2003

MARK TOMPKINS. Das neue Solo des amerikanischen Performers aus Paris beginnt mit dem Ende. Aber dann wird sogar gesungen. 

Der Vorhang fällt, eigentlich müsste der Abend jetzt zu Ende sein. Applaus einkassieren, und dann ab in die Garderobe. Der Künstler ist wieder privat. Es wäre nicht Mark Tompkins, hätte sein Solo "Song and Dance" keinen doppelten Boden. Es beginnt, wo andere Vorstellungen aufhören: backstage. Tompkins verbeugt sich mit dem Rücken zu uns vor einem imaginären Publikum, die Techniker beginnen mit dem Abbau. Finis. Aber nach der Vorstellung ist nur vor der Vorstellung. The Show must go on. Der charismatische Performer ist noch ganz Diva, trägt Stöckelschuhe und eine Perücke. Er raucht eine Zigarette, trinkt Wasser, entspannt sich. Er zieht ein Paar Strumpfhosen aus, aber darunter sind wieder Strumpfhosen, Strumpfhosen, Strumpfhosen ... Der Striptease nimmt kein Ende. Wir wechseln von einer Rolle in die andere.

  Mark Tompkins' Spezialität ist es, mit Identitäten

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