Harald-Juhnke-Faktor

SIEGFRIED MATTL | Vorwort | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

KOMMENTAR. Die Kultur des Politiker-Rücktritts ist so verkümmert, weil die sozialen Sanktionen historisch unterentwickelt sind. 

Als in den Neunzigerjahren die Zweiparteienherrschaft in Österreich zerbröckelte, feierten Kommentatoren die "Normalisierung" und die Annäherung an die westlichen Demokratien. In der Zwischenzeit sieht es eher so aus, als mündete die Wende in einem Block zentraleuropäischer Demokratie-Hybride. Die Slowakei, Norditalien, Kroatien, Ungarn, Österreich, kurz ein Gutteil ehemaliger Habsburger-Territorien, präsentieren einen höchst frivolen instrumentellen Umgang politisch-ökonomischer Machtgruppen mit Ressourcen und Institutionen des Staates. Meciar, Berlusconi, Orban, Tudjman ...

  Zugegeben: Hierzulande gibt es weder Gewaltandrohungen gegen Enthüllungsjournalisten noch wandern Medienkonzessionen direkt zu Strohmännern der regierenden Personen. Die Versetzung widerspenstiger Richter, die Begünstigung von Freundeskreisen beim Erwerb attraktiver Unternehmen,

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