STANDPUNKT: Freier abkassieren!

Politik | aus FALTER 29/03 vom 16.07.2003

Empfindliche Geldstrafen für Freier, die zu Geheimprostituierten gehen. Das war Plan A der Frauenstadträtin. Damit nicht nur die Prostituierten bestraft werden, die vom Leben oft schon gestraft genug sind. Und weil die Nachfrage das Angebot schafft. Klang gut, erwies sich aber als falsch. Erfahrungen mit Strafen für Freier in Schweden zeigten, dass solche Maßnahmen das Leben am Strich nur noch lebensgefährlicher machten. Also wurde Plan A richtigerweise fallen gelassen. Plan B: Die Strafen, die Geheimprostituierte zahlen müssen, werden künftig um ein Drittel geringer ausfallen. Damit sich die Schuldenspirale ein bisschen langsamer dreht - anschaffen gehen, gestraft werden dafür, anschaffen gehen, um die Strafe zu bezahlen. Auch gut. Und die Freier kommen ungeschoren davon? Zum Glück nicht ganz. Die Stadt will sie nun völlig anders drankriegen: Freier, die harmlose Passantinnen belästigen, zahlen künftig bis zu 700 Euro Strafe. Die Umsetzung in der Praxis könnte sich als schwierig erweisen, aber das Prinzip ist gut. Denn derzeit ist die Stimmung im Stuwerviertel und auf der Äußeren Mariahilfer Straße schrecklich: Freier gaffen jede Frau an, auf der Suche nach billigem Sex. Anrainer beäugen jede Frau, ob das schon wieder eine Neue ist. Passantinnen schauen jedem Mann misstrauisch entgegen, auf der Hut vor Belästigung. Ständig kreisen Dutzende Autos herum. Das ist kein Zustand. E. W.


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